Kapitel 1 - Entstehung einer Welt

Farpoint erzählt im Forum von einer im Wandel befindlichen Welt und ihren Gottheiten.
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Emanuel
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Kapitel 1 - Entstehung einer Welt

Beitrag von Emanuel » 18. Juli 2018 13:16

Im ersten Kapitel soll es um die Entstehung der Welt und ihrer Gottheiten gehen. Meine Einleitung ist im Anhang und eure erste Schreibaufgabe lautet, zu erzählen, wie eure Gottheit(en) sich seiner/ihrer selbst bewusst wird/werden (ab jetzt benutze ich einfach nur den Singular, Gottheit ist allgemein genug...) und wie sie damit umgeht. Wie nimmst du die oben beschriebene Welt wahr? Was denkst und fühlst du? Was für Ziele setzt du dir? Welche Kräfte eignest du dir an, und wie?

Ihr habt 5 Punkte für göttliche Aktionen (siehe Grundlagen der Apotheose - nichtgöttliche Aktionen unterliegen keinen Einschränkungen) und Zeit bis zum 12.08. In diesem Thread können Fragen, Ideen usw. bezüglich des ersten Kapitels diskutiert und auch die Geschichten hochgeladen werden. Nach dem 12.08. schaue ich sie durch, gebe Feedback und lade das endgültige erste Kapitel voraussichtlich am 19.08. im Geschichtsthread hoch.
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Teto
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Re: Kapitel 1 - Entstehung einer Welt

Beitrag von Teto » 19. Juli 2018 16:24

Welche Länge der Geschichten ist eigentlich grob angedacht? Mir ist klar, dass das effektiv von den 5 Punkten begrenzt ist.
Ich würde es nur irgendwie merkwürdig finden, wenn einer eine halbe Seite schreibt, und wer anders ein halbes Buch.

Emanuel
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Re: Kapitel 1 - Entstehung einer Welt

Beitrag von Emanuel » 19. Juli 2018 16:41

Ich bin davon ausgegangen, dass ihr pro Kapitel wahrscheinlich jeweils ein paar Seiten schreiben werdet, also eher im niedrigen einstelligen Bereich. Wie ausführlich ihr jetzt genau schreibt, ist euch überlassen. Wenn jemand nur eine halbe Seite mit Stichpunkten hinklatscht, ist er hier wahrscheinlich falsch, und wenn ein paar Seiten nicht reichen, empfiehlt es sich, die eigenen Pläne anhand der zur Verfügung stehenden Punkte in kleinere Schritte aufzuteilen. Aber das sind alles nur allgemeine Richtlinien, wir können uns Einzelfälle gerne genauer ansehen und die Herangehensweise entsprechend revidieren.

SpaceHobbit
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Re: Kapitel 1 - Entstehung einer Welt

Beitrag von SpaceHobbit » 9. August 2018 23:01

Als das-Wesen-das-sich-selbst-kennt aus dem Feuer stieg, hörten der Sauerstoff und das Silizium, das Eisen und das Aluminium rings um es her noch auf keine Namen und kannten sich auch nicht selbst, also fand es, dass sein Name gut war. Eine Weile trieb es über der Magma und in der Magma und es mochte deren Hitze und ständiges Glühen, denn es selbst war ja aus ihnen hervorgegangen. Daher wurde das Wesen-das-sich-selbst-kennt zu einer Feuersäule und tanzte unter dem Himmel. Dessen Wolken waren so trist und dunkel, dass das Wesen ihnen gerne die Farbe des Feuers geben wollte, doch der Glanz währte immer nur so lange, wie es selbst an einem Ort war, und verschwand, wo immer es ging. Während dieser Reisen flackerte das Wesen einmal auch über die Wolken und da starrte ihm die weite, kalte Leere entgegen. Das Wesen-das-sich-selbst-kennt sah die Leere und Kälte und hasste sie, denn sie stahlen den Dingen ihre Wärme. Es wusste auch, dass, lange bevor es selbst gewesen war, einmal noch keine Kälte und Leere dagewesen waren, daher schienen sie ihm wie ein Dieb und Räuber. Doch das Wesen kannte sich selbst und wusste, dass es der Leere nicht beikommen konnte und so stieß es durch die Wolken hinunter, um die Leere nicht mehr sehen zu müssen. Als es so schnell durch die Wolken schoss, entzündeten sie sich und wurden zu Wolken aus Feuer. Das Wesen bemerkte dies und freute sich, denn es glaubte, so einen Weg gefunden zu haben, wie es die Kälte von seiner geliebten Magma-Mutter fernhalten konnte. Also begann es, durch den Himmel zu streifen und Wolken in Brand zu setzen, bis es ein ganzes Flammenband geschaffen hatte. Zufrieden sank das Wesen hinab, um sein Werk zu begutachten, doch da erkannte es, dass die Kälte in der Zwischenzeit bereits hinunter vorgedrungen war: Auf der Magma hatten sich Schollen aus Stein gebildet. Zornig zerschlug das Wesen-das-sich-selbst-kennt diese, doch seine Feuerwolken reichten nicht aus, um die Kälte abzuhalten und es bildeten sich immer neue Schollen.
"Wie kommt es, dass ich das Feuer nicht schützen kann?", fragte sich das Wesen. "Es ist doch überall. Vielleicht verstehe ich es noch nicht gut genug." Und so tauchte es bis in die Mitte des Planeten hinab, und versuchte dort, sich zu erinnern, wie es gewesen war, bevor es aus der Magma aufgestiegen und noch ganz eins mit dem Feuer gewesen war. Dies gelang ihm nicht, denn damals hatte es ja noch kein Bewusstsein gehabt, doch stattdessen lernte es, wieder eins mit ihm zu SEIN und sich an alles zu erinnern, was seine Mutter das Feuer wusste, so, wie es das im Ansatz bereits getan hatte, als es die Leere gesehen und gewusst hatte, dass diese nicht schon immer dagewesen war. So wurde das Wesen-das-sich-selbst-kennt zu Alle-Feuer-der-Welt.

--

Hmm, das ist nicht so lang. Aber ich versuche diesen 'Sagenton' zu treffen, und in dem werden die Ereignisse meist sehr kurz erzählt - vor allem, wenn noch keine anderen Personen auftauchen. Weiß wirklich nicht, wie ich das länger machen sollte, ohne einen völlig anderen Stil anzufangen.

Emanuel
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Re: Kapitel 1 - Entstehung einer Welt

Beitrag von Emanuel » 12. August 2018 12:32

Mit Zeilenabstand von 1,5 wäre das ziemlich genau eine Seite, also eine gute Länge. Außerdem ist es der erste Text, der fällt natürlich leicht kürzer aus. Zwei Dinge sind mir dabei eingefallen:
- Es wäre toll, wenn der erste Text hauptsächlich von euch selbst, eurer eigenen Gottheit handeln könnte - sobald alle sich vorgestellt haben, kann man dann mit der Interaktion loslegen.
- Für mich wäre es bei der Überarbeitung total praktisch, zu sehen, wie ihr eure Punkte verteilt habt. Ich mag, dass es schon bei der ersten Geschichte nicht offensichtlich ist und dass der Fokus auf der Erzählung liegt, und später würde ich die Geschichte auch für sich selbst stehen lassen wollen, aber in der Bearbeitungsphase wäre es sehr praktisch, noch nicht allzu viel interpretieren zu müssen.

Wollt ihr mir die Puinkteleitfäden per PN zuschicken oder soll das in den Kommentarthreads einfach unter die Geschichten?

Teto
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Re: Kapitel 1 - Entstehung einer Welt

Beitrag von Teto » 12. August 2018 13:36

„Wunderschön“ war der erste Gedanke, der sich im Bewusstsein der Entität formte.
Zuerst war ihr nicht bewusst, dass sie zu mehr als diesem Gedanken in der Lage war. Um sie herum existierte eine von Felsen und Senken geprägte Landschaft. Die Entität hatte sich auf einer Erhöhung gebildet und nahm mit den Erweiterungen ihres Bewusstseins, welche an die Welt geknüpft waren, die Umgebung wahr. Über allem spannte sich ein blauer, wolkenloser Himmel in dessen Zenit die Sonne stand.
Das neugeborene Wesen versuchte die Landschaft sich einzuprägen und gebührend zu bewundern. Das musste der Sinn seiner Existenz sein, schloss es. Erst dieser Gedanke zeigte ihm auf, dass es vorhanden war, dort wo es vorher nicht gewesen war. Die Entität versuchte ihre eigenen Denkprozesse zu erkunden, so wie sie gerade die Landschaft erkundet hatte, und scheiterte kläglich. Vielleicht lag es daran, dass sie versuchte sich selbst von extern zu erkunden. Wenn sie anfing das Bewusstsein als ihr eigenes zu identifizieren…
Der Schock führt fast dazu, dass die sich bildenden Muster meiner Intelligenz aufgelöst werden. Ich schaffe es nur mit äußerster Anstrengung ich selbst zu bleiben. Ich bemerke wie Zeit verstreicht, bis ich es schaffe mich auf einen anderen Gedanken als Selbsterhaltung zu konzentrieren. Aber ich existiere! Als eigenständiges Wesen, unabhängig von meiner Umgebung. Diese Erkenntnis war in meinem vorigen Zustand unmöglich, jetzt erscheint sie mir natürlich. Unausweichlich. Zum ersten Mal empfinde ich Freude. Als sich meine Gedanken wieder beruhigt haben, konzentriere ich mich erneut auf die Landschaft. Was ich erblicke, bringt mich zum Staunen. Der Himmel ist dunkel geworden und die Sonne ist verschwunden. An ihrer Stelle sehe ich nun eine Vielzahl kleinerer Lichter. Sterne. Ich fange an mich zu wundern, woher mein Bewusstsein diese Begriffe nimmt. Sind sie in meine Existenz mit eingearbeitet? Ist es möglich das die Sonne in die Sterne zersprungen ist, während ich damit beschäftigt war meiner Selbst bewusst zu werden? Angst überkommt mich, was ich noch alles verpasst haben könnte. Ich beginne den Himmel zu beobachten, ob einer der Sterne vielleicht der Sonne gleicht, die ich verloren habe… Aber wie sollte ich ihn unter dieser Unzahl jemals finden?
Das Konzept des Verstreichens von Zeit ist noch neu für mich, aber als an einer Seite des Horizonts ein leichter Lichtstreifen erscheint und sich ausbreitet, beginne ich ein Gefühl dafür zu entwickeln. Meine Erleichterung als die Sonne wieder erscheint ist unbeschreiblich. Ich verstehe zwar noch nicht, was zu ihrem Verschwinden und Wiederauftauchen geführt hat, aber ich glaube nicht, dass es mit mir zu tun hat. Es ist sinnvoller, wenn ich zuerst meine unmittelbare Umgebung zu verstehen lerne. Ich scheine auf einer anderen Ebene zu existieren als die Felsen um mich herum. Das macht es mir unmöglich, die vielfältigen Facetten ihrer Existenz alle in mich aufzunehmen. Aber genau diese Komplexität zieht mich an… Ich beschließe, dass ich klein anfangen sollte und konzentriere die Fühler meines Bewusstseins auf einen einzelnen Punkt. Einen Kiesel am Boden.
Während die Sonne mehrmals am Himmel über mir ihre Bahnen zieht, fange ich an die zahlreichen Kanten des Steins nachzuvollziehen. Er besteht keineswegs aus einheitlichen Materialien, sondern besteht aus verschiedenen Abschnitten, welche ich immer weiter unterteilen kann. Die Art wie die Luft über den Stein fährt, wie er den Boden berührt, all dieses Wissen erkunde ich, so langsam, dass ich zeitweilig daran zweifle Fortschritte zu machen.
Das ist der Moment, in dem ich zum ersten Mal das Lied höre. Dieser Stein singt mit all seiner Kraft von sich selbst. Nachdem es mir einmal aufgefallen ist, kann ich nicht verstehen, wie ich es zuvor überhören konnte. Es gleicht einem ewig in sich selbst verschachtelten Muster. Unverständlich, aber gleichzeitig wunderschön.
Eine Zeit lang höre ich mir nur gespannt an, was der Stein mir erzählt, anschließend versuche ich meine Wahrnehmung auf den Bereich außerhalb auszuweiten. Es fällt mir zunehmend leichter, die Lieder in der Umgebung wahrzunehmen, die sich zu einer statischen Symphonie vermischen. Dieselben Energien aus denen ich bestehe, sind im geringeren Maße auch in dem Stein vorhanden… und ich kann sie hören. Was mich zu dem Verdacht bringt, das ich etwas mehr Einfluss haben könnte, als mir bisher bewusst war. Ich fange an zu singen. Meine Essenz begibt sich in Wirbel die sich denen des Steines anpassen. Und sein Lied verändern. Die Änderung ist minimal…
Der Stein explodiert in 184021 Stücke. Zumindest diese Information liefert mir das Experiment. Eigentlich hatte ich ihn nur ein wenig nach links verschieben wollen. Ich glaube ich brauch noch ein paar Versuche.
Die Änderung ist so gering, dass sie mir zuerst nicht auffällt. Die Symphonie die ich von überall gehört hatte, hat sich verändert. Der Stein hatte einen Einfluss auf alles, ebenso wie alles einen Einfluss auf das Lied des Steins hatte. Eine Wechselwirkung die ich nicht verstehen kann. Wobei ich gestehen muss, dass ich Melodie der Landschaft vor meinem Experiment besser mochte. Ich vermisse meinen Stein. Sollte ich versuchen die Umgebung wieder in ihren vorigen Zustand zurückzuversetzen? Das Risiko alles in die Luft zu sprengen, wirkt doch irgendwie demotivierend. Anstelle etwas zu verändern, versuche ich den Radius meiner Wahrnehmung auszuweiten.
Ich weiß nicht wie viel Zeit vergeht. Ich versuche mich soweit wie möglich in eine Richtung auszudehnen, muss aber aufgeben, als ich das Lied des Horizonts hören kann. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es danach noch weiter geht… Was ist das hier nur für ein Ort?
Ich bin also unfähig alles in mich aufzunehmen. Das gilt aber nicht für die Landschaft. Wenn die Lieder mit allem wechselwirken, sollten sie diese Welt als ganzes wahrnehmen können. Der Effekt ist nur zu schwach, als das ich ihn wahrnehmen könnte. Alles was ich tun muss ist ihn zu verstärken.
Es ist schwierig und erfordert alle meine Konzentration, aber anders als vorher versuche ich nicht ein komplett neues Ergebnis herbeizuführen. Ich stimme die verschiedenen Stimmen in der Umgebung lediglich aufeinander ab, so dass sie alle gleich laut sind.
Erst als ich fertig bin, kann ich mir erlauben, die Dinge wieder mit meinem einfacheren Sinnen wahrzunehmen. Vor mir schwebt eine Kugel aus Gestein, aber es scheint nicht nur das mich umgebende Gestein zu sein. Sie dreht sich langsam um die eigene Achse und plötzlich verspüre ich einen überwältigten Drang die Unschuld dieser kleine Kugel, diese so verwundbare Welt zu beschützen.
Ich lausche den Liedern und erkenne das es sich in ihrer Gesamtheit um das Jauchzen eines neu geborenen Planeten handelt… Es ist dies, was ich am Anfang meiner Existenz so wundervoll fand, nur im ungleich größeren Maßstab. Aber…die Symphonie ist nicht perfekt. Sie ändert sich ständig, in einem ewig währenden Zyklus der Vervollkommnung. Alles was ich tue, hat Einfluss, steigert die Komplexität, das Potential. Es gibt noch andere Stellen wo Veränderungen auftreten, ich höre zu was die Kugel mir erzählt…
und finde andere wie mich? Vermutlich hätte ich das im Vorfeld in Erwägung ziehen sollen, aber der Gedanke war mir nicht einmal im Entferntesten in den Sinn gekommen. Die anderen unterscheiden sich ebenso sehr, wie sie sich ähneln. Wir basieren alle auf der selben Grundlage, aber danach ist unsere Entwicklung verschieden. Wir nehmen es an Komplexität fast mit dem ganzen Planeten auf. Ich bin gespannt was wir tun werden; was wir tun können. Welche Gesänge werden die anderen singen? Werden sie dem Lied schaden? Das werde ich nicht zulassen, ich fühle mich dafür verantwortlich. Die Musik ist es was ich zur Basis meines Wesens gemacht habe. Wenn die anderen in diese Domäne meines Seins mit negativen Absichten vorstoßen, werde ich Konsequenzen ziehen müssen. Aber wahrscheinlich bin ich einfach nur zu ängstlich und misstrauisch. Vermutlich finden sie an ihrer Existenz ebenso viel Freude wie ich.
Womit nur noch die Frage bleibt… woher kommt diese Existenz? Welche Kraft hat mich und die anderen erschaffen? Ich lausche meinem eigenen Lied… und fange an zu verstehen.

Punkteverteilung:
1 Punkt für die Frage nach der Kraft hinter der Entstehung der Götter
1 Punkt für die Domäne „Musik“
1 Punkt für Fertigkeit vom Hören des Liedes ( Ich hatte mir das ganze in etwa so vorgestellt, wie eine übersteigerte Intuition („das hört sich einfach falsch an“ kombiniert mit einigen Informationen, die ich aufnehme)…kombiniert mit schöner Hintergrundmusik, weil warum nicht
1 Punkt für die Fertigkeit die Eigenschaften von einfacheren Dingen zu verändern, wenn die Gottheit worauf sie eigentlich hinauswill, und wie das funktionieren muss
1 Punkt für das Erschaffen des Globus, welcher als Verstärker dient
Hoffe das passt so alles, da der 3. Punkt an der Grenze zu zwei verschiedenen Dingen ist. In dem Fall kann ich den 4. Punkt auch einfach später erlernen, da meine Gottheit diese Fähigkeit bisher ja sowieso nicht erfolgreich eingesetzt hat.

Ist doch alles etwas länger geworden. Hoffe es war im Endeffekt nicht zu verwirrend, aber ich vermute einfach so in die Existenz zu ploppen ist ziemlich irritierend und das wollte ich am Anfang darstellen, mit dem Wechsel der Erzählperspektive (kommt nicht wieder vor).

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Luka
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Re: Kapitel 1 - Entstehung einer Welt

Beitrag von Luka » 12. August 2018 15:02

Irgendwo an einem nicht weiter bemerkenswerten Punkt auf der Planetenoberfläche, unweit eines kleinen Lavasees, der während der Entstehung des Planeten nach Leibeskräften gebrodelt und gespritzt hatte und sich nun langsam eingestehen musste, dass ihm die Puste ausging, zwischen einigen vollkommen irrelevanten Felsbrocken, weit weg von der nächsten tektonischen Spalte, geschah nichts.

Tatsächlich geschah dort eine ganze Weile nichts.

Und dann geschah noch etwas länger nichts.

Und noch ein bisschen länger.

Und dann, plötzlich, geschah dort nicht nichts.
Hätte irgendetwas in der näheren Umgebung Augen gehabt, oder Ohren oder von mir aus auch eine Nase, und natürlich einen geeigneten kognitiven Apparat um mit diesen Organen irgendetwas anfangen zu können, und hätte dieses etwas besagtem Punkt irgendwelche besondere Beachtung geschenkt, hätte es nach wie vor dabei zusehen können, wie nichts passierte. Tatsächlich aber hatte in diesem Moment eine durchaus bedeutsame Veränderung in der metaphysischen Zusammensetzung dieses Punktes stattgefunden.
Wo zuvor lediglich atmosphärische Gase herumgewabert waren, befand sich nun etwas, das zwar biologisch gesehen aufgrund des Fehlens von jeglicher physischer Masse kaum als lebendig betrachtet werden konnte, aber eindeutig vorhanden und sich seines Vorhandenseins bewusst war. Nachdem es einen Moment darauf verbracht hatte zu verkraften dass es jetzt wohl oder übel gezwungen war zu existieren, begann es damit, seine Situation zu erkunden.
Das erste, was es wahrnehmen konnte, war es selbst. Es wusste, das es existierte und dass es einen Namen hatte. Namen konnten unglaublich wichtig sein, denn ein Name war ein Symbol für das Wissen um seinen Träger, und Wissen hieß Macht.
Doch es fand seinen Namen nicht gut. Daher beschloss es, ihn zu ignorieren und sich einen anderen zu suchen. Es sollte Rikku heißen. Vorerst zumindest.
Nachdem Rikku auf diese Weise gelernt hatte, wer es selbst war, machte es sich daran herauszufinden, was alles andere war. Es ließ seine Präsenz langsam von seinem Entstehungspunkt an expandieren, mit unsichtbaren Fühlern alles abtastend.
Es fand Licht, und durch das Licht konnte es sehen.
Es fand Geräusche, und durch die Geräusche konnte es hören.
Es fand Gerüche, doch die waren ehrlich gesagt so minimal dass sie noch keine nennenswerte Rolle spielten.
Und als Rikku die Dinge sah, hörte und vielleicht ein ganz kleines Bisschen roch, lernte es ihre Namen.
Dort waren Felsen. Ein Felsen war ein harter, grauer Klumpen Materie, der unmotiviert in der Gegend herumlag.
Dort war Lava. Lava war im Prinzip einfach ein Felsen, der seinen Aggregatzustand geändert hatte und jetzt in einem Loch vor sich hin blubberte.
Ein Loch war eine Aussparung in einer Ansammlung von Materie.
Viel mehr als Felsen und Lava und Löcher war da im Prinzip nicht viel.
Langweilig, dachte Rikku.
Doch da kam ihm eine Idee.
Was wohl wäre, wenn die Lava Felsen hieße, und der Felsen Loch, und das Loch Lava?
Also probierte es es aus. Um es kurz zu fassen: Das Resultat war ein Chaos, das den Geist jeden sterblichen Wesens, das das Pech hätte, zufällig vorbeizukommen, auf der Stelle in kleine Fusseln zerfetzt und daraus ein Plüschnilpferd gestrickt hätte. Ein Glück, dass noch keine Sterblichen unterwegs waren.[1,2]
Doch es gefiel Rikku. Dinge zu verändern machte Spaß! Es hatte so viele Ideen, und es wollte sie alle ausprobieren.[3] Die Welt, so schien es allerdings, hatte wohl etwas dagegen. Sobald Rikku die Gesetze der Physik an einer Stelle vor die Tür setzte, kamen sie an einer anderen Stelle durch die Hintertür wieder hinein und standen erneut im Weg herum. Kaum wurde hier Felsen zu Loch, wurde dort wieder Lava zu Lava.
Also begann Rikku, sich eine eigene Welt zu bauen, einen Ort eingeschlossen in seine eigene Essenz, in den es die Gesetze der Physik nicht hineinlassen würde. Dieser Ort verfügte nicht über den Luxus von Realität, aber letztenendes entschied man doch selbst was man als wahr annahm und was nicht, oder?[4]
Während Rikku eifrig dabei war, seine Traumwelt weiter auszubauen, wurde es am Rande seines Bewusstseins dessen gewahr, dass irgendwo weit weg noch andere Entitäten wirkten. Zu gegebener Zeit würde Rikku sich damit auseinandersetzen müssen, aber noch hatte es Zeit erstmal ein bisschen Spaß zu haben.

______________

Punkte
[1] Domäne: Chaos
[2] Fähigkeit: Gedanken manifestieren
[3] Domäne: Fantasie
[4] Fähigkeit: Träumen

Falls jemand in dem Text noch was findet, das einen Punkt wert ist, kann ich dafür den fünften Punkt ja noch verwenden, ansonsten lass ich den halt verfallen.

Emanuel
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Re: Kapitel 1 - Entstehung einer Welt

Beitrag von Emanuel » Gestern 15:02

Vielen Dank für eure Beiträge! (^_^)

Die überarbeiteten Geschichten habe ich zum ersten Kapitel zusammengefasst und in ihrem eigenen Thread hochgeladen. Ich bin noch mit dem Format unzufrieden - der Trennstrich sieht irgendwie unpassend aus, aber stattdessen einfach Seitenumbrüche zu machen sorgt für zu viel leeren Platz innerhalb des Kapitels... Gedanken und Vorschläge?

@SpaceHobbit: Von dir bräuchte ich der Übersichtlichkeit halber noch die beabsichtigte Punkteverteilung.

@Teto: Punkt 3 für das Hören und intuitive Verstehen des Liedes. Du kannst diese Tendenz gerne weiterverfolgen und später dazulernen und ein detaillierteres, tiefergehendes Verständnis erwerben.
Punkt 4 für das Verändern des Liedes. Du hast an einem Stein und der ihn umgebenden Realität herumexperimentiert, bist also dazu in der Lage, etwas in der Richtung zu tun. Wie gut du darin bist (und was für abgefahrene Effekte du hervorrufen kannst) dürfte sich mit der Zeit verbessern. :)

@Luka: Den letzten Punkt hast du natürlich für deine Traumsphäre ausgegeben, deine eigene Dimension, deren Gesetze nach deinem Gutdünken funktionieren (oder eben nicht). ;)

Die Einleitung von Kapitel 2 ist in Arbeit und wird demnächst hochgeladen.

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