Scroll of Heroes (Kolja)

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Marc
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Scroll of Heroes (Kolja)

Beitrag von Marc » 6. Mai 2011 10:07

Protokoll

1. Spielrunde („Der verlorene Schlüssel“):
Datum: 4.5.2011, Autor: Marc, 3 EP + 1 Extra
Anwesende Spieler: Marc, Simon und Tobias W.

Ouamahan, ein Häuptling eines wilden Stammes, und Soresh Agni, ein reicher Mann aus Varang, suchen in der Hauptstadt Chiaroscuru den ehemaligen „Archäologen“ Hakim Aljebal auf. Sie wollen sich als Söldner bei seiner nächsten Expedition verdingen. Gerüchte besagen nämlich, dass der alte Mann einen Eingang nach Ziakal entdeckt habe, eine seit 2400 Jahren verschollene Bibliothek, in der vor allem im Bereich experimentelle Magie geforscht wurde. Hakim erbittet sich Bedenkzeit.
Währenddessen erreicht Ming-yu Shang, ein Kaiserreicher, per Schiff den Hafen der Stadt. Er ist völlig fremd in Delzahn. Nicht einmal die Sprache versteht er. Doch er findet den Händler Li Xiao des Kaiserreiches, der ihm ein Empfehlungsschreiben für Hakim gibt. Auch erhält er örtliche Kleidung. Bei dem Archäologen wird er sofort vorgelassen und muss seine handwerklichen Fähigkeiten an einem Safe beweisen. Ohne Probleme öffnet er den Sicherheitsschrank, entdeckt sogar, dass scheinbar ein Giftpfeil, der ungebetene Öffner aufhalten soll, fehlt.
Hakim ist zwar begeistert von dem „Schlosser“, aber schockiert über den fehlenden Inhalt des Safes. Der Schlüssel nach Ziakal ist verschwunden! Hakim bittet Shang zwei Söldner aufzusuchen, sie einzustellen und am nächsten Morgen wieder zu kommen.
Den Befehlen wird Folge geleistet und am nächsten Tag stehen die Drei erneut bei Hakim. Der Archäologe hat die Salmalin, Hexenmeister, die die Dämonin Sondoc anbeten, im Verdacht. Einige Recherchen im Zimmer ergeben, dass der Dieb wohl vom Pfeil vergiftet wurde. Omar, der Diener Hakims, kann den Dreien weiterhelfen: Womöglich sind die Salmalin in der unterirdischen Unterstadt und nur ein Arzt könnte einen mit Viperngift befallenen Mann heilen: Isaja.
Nach einer kurzen Befragung der örtlichen Gemüse- und Alkoholhändler, die aber nichts Verdächtiges sahen bzw. sehen wollten, geht es in die Unterstadt. Aber auch der Arzt schweigt. Shang kann jedoch einen Beobachter bemerken, der sich all zu sehr für die Fragen der Drei an den Arzt interessiert.
Da Ouamahan und Agni zu auffällig sind, wird der Schlosser Shang dem Beobachter nachgesandt. Er kommt nach einer Weile zurück. Mit einem blauen Auge und nach Kohl stinkend. Nach seiner Aussage habe er den Verdächtigen bis zu einer Hütte verfolgt und habe darinnen zwei Stimmen sprechen gehört, zudem eine dritte Person stöhnen, womöglich vor Schmerzen. Shang berichtet, wie er dann äußerst ungeschickt mit einem Gemüsehändler zusammenstieß und Prügel kassierte. Zumindest behauptet er dies.
Kurzerhand gehen die Drei zu der Hütte und nach einigem Hin und Her öffnet man ein Fenster und lässt Shang hinein. Auch wenn er sich beim Schleichen äußerst unbegabt anstellt, ist er trotzdem völlig lautlos oder doch nicht? Zumindest aber öffnet er die Tür. Der darauf folgende Kampf ist von kürzester Dauer: Die Gegner werden betäubt und mitgenommen. Einer von ihnen scheint Magier zu sein, denn er versuchte etwas zu beschwören. Shang erhält ein feingearbeitetes Messer und die Gruppe findet den Schlüssel wieder. Auch ein Antidot nimmt Shang an sich.
Nun begeben sich die Drei zu Hakim.

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Kolja
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Re: Scroll of Heroes (Kolja)

Beitrag von Kolja » 31. Mai 2011 19:57

Ouamahan, Agni und Shang überbringen den Schlüssel. Hakim ist überglücklich. Nach einigen Tagen ruft der Scavanger-Lord die Drei zu sich ins Haus. Weitere Mannen haben sich der Schatzsuche angeschlossen. Quahel, der kräftige Vorarbeiter der Träger, Baresh, ein Wächter in Tuchrüstung mit Säbel und Pistole sowie Damaris, eine wunderschöne, scheinbar steinkreiche, Dame, die als Führerin fungieren soll und Rui Ha'Kiri, ein schlüpfriger Verkäufer und Alchemist.

Hakim erklärt, dass die Gruppe ohne ihn mit dem Schiff nach Abu-Dal reisen soll, dort soll sie einen Dune-Rider nehmen um zu einem Stamm der Wylt-Mutanten zu gelangen. Die schuppigen Pelagore wissen womöglich, wo Ziakal liegt. Shang schlägt vor, dass der ehrenwerte Soresh Agni den Schlüssel verwahrt.

An Bord des Schiffes, das von Kapitän Parwez geführt wird, trifft die Gruppe auf Nightingale, eine Exorzistin. Rui findet heraus, dass sie mit ihrem toten Vater spricht, der sie scheinbar als Geist begleitet. Sie hat in keiner offiziellen Akademie studiert, sondern bei einem Meister in Sijan. Sie berichtet, dass Abu-Dal von einem Söldnerheer der Händlergilde bedrängt wird, da sich die Stadt weigert mit Sklaven und Drogen zu handeln.

Im Hafen der Stadt Iban wird das Schiff der Gruppe aufgebracht und durchsucht. Damaris vermag mit dem Kommandanten Kesett zu verhandeln, bzw. mit seinem „Vorgesetzen“ einen jungen Mann. Als sie endlich erklärt, dass die Gruppe Scavanger wären, wird die Untersuchung des Schiffes „unkomplizierter“. Zurück an Bord bemerkt sie, dass ihr drei teure Kleider gestohlen wurden. Auch intensives Suchen bringen die wertvollen Stücke nicht zurück.

Die Reise geht weiter, aber schon nach wenigen Stunden wird das Schiff erneut angehalten und die Kämpfer Abu'Dals untersuchen das Gefährt. Man lässt die Gruppe passieren. Im Hafen Abu'Dals angekommen, eilt Shang sogleich zu den Soldaten der Stadt und berichtet diesen über Heeresgröße, Bewaffnung und weiteren Details der Angreifer. Dankend werden seine Informationen angenommen. Eine Stunde später wird er sodann von der Kommandantin besucht. Er bringt sie zu Damaris, damit diese weitere Informationen weitergeben kann. Nun kommt auch Nightingale. Damaris fragt die Frauen, ob sie wissen, wer ihre drei Kleider gestohlen haben könnte.

Die Exorzistin nennt Shang, immerhin habe ihr toter Vater ihn bei seiner Arbeit gesehen. Sofort wird Shang zur Rede gestellt, der angibt, die Kleider den Bedürftigen gegeben zu haben. Ein Riesenwirbel beginnt. Shang setzt zu einer Erklärung an, die jedoch erst beim nächsten Mal gehört werden kann.
GMing is like fishing. You cast out your hooks, wait for the hapless fish to bite, then beat them with a paddle.

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Simon
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Re: Scroll of Heroes (Kolja)

Beitrag von Simon » 14. Juni 2011 23:20

Aus dem Tagebush des Suresh Agni…

Da wir uns dem alten Hakim bewiesen hatten, war unsere Teilnahme an der Expedition gesichert. Mit Damaris, einem blonden Vollweib aus dem Osten, hatte die Expedition obendrein eine scheinbar wohlhabende aber kompetente Führerin, die unsere Passagen verhandelte. Mir war das genehm, da ich mich etwas zurückziehen und in Frieden arbeiten konnte, anstatt mich mit der Provinz herumzustreiten.
Auch von offensichtlichem Vermögen ist Rui Hakiri, dessen offensichtlich hervorragende okkulte Bildung mehr als die Krämerseele vermuten lässt, für die er sich gibt. Notiz: Im Auge behalten!
Auch besser im Auge behalten sollen hätte ich unseren sogenannten Schlosserlehrling. Eines Tages trat ich an Deck, nur um die letzten Worte einer theatralischen Rede und eine Rauchexplosion zu vernehmen, in der er dann verschwand. Eine suspekte Person weniger, und dass er mich die ganze Zeit „Sohresch“ nannte, war ohnehin schwer auszuhalten.

Im Hafen von Iban sammelten wir weitere Informationen über die Gegend und unser Ziel. Amila Zucchini, die Kommandeurin der Truppe, wurde offenbar von Nightingale zur Abreise gedrängt, weil es ein „Erbe anzutreten“ gelte. Aber hieß es nicht, ihr Vater lebe noch? Was es damit wohl auf sich haben mochte? Der berühmte Admiral Sand sollte wohl auch im Lande sein. Notiz: Selbst so ein Klatsch kann wichtig werden. Leider.
Solche politischen Entwicklungen hatten aber vorerst wenig Bewandtnis für unsere Reise. Über diverse Oasen stießen wir mit dem Sandsegler weiter nach Süden vor, bis wir die Oase der Pelagor erreichten. Es handelte sich um Barbaren, denen das Leben in den Randregionen der Welt eine bemerkenswerte Schuppenhaut beschert hatte. Obgleich von unkomplizierter Kultur, waren sie versierte Händler. Während Damaris mit dem Häuptling Hockop verhandelte, ertauschte ich mit Hakiris Hilfe einige wertvolle und nutzbringende Edelsteine. Auch Damaris hatte Erfolg: Nagom, der Häuptlingssohn, würde uns zu dem Ort führen, den wir suchten. Man warnte uns zudem ausdrücklich vor den „Verfluchten“, Wesen mit sandiger Haut, die die gesuchte Stätte besetzten und Jagd auf umliegende Stämme machten.

Unerschrocken drangen wir in die Wüste vor, bis wir unser Ziel erreichten: die Spitze eines phallischen Turmes aus einem früheren Zeitalter! Wir waren nicht die ersten: ein Schamane, in Gegenwart eines humanoiden, grünen Dämons, der Hakiri an einen „Metody“ erinnerte, traten durch ein Loch in den Turm ein. Notiz: Ich wusste es doch… herausfinden, woher Hakiri sich mit so etwas auskennt!
Wir schalteten die in jeder Hinsicht zurückgebliebenen Wachen mit Schlafgas aus und drangen in den Turm ein. Der Gang war mit schwarzen Stacheln verkleidet, durch die Fehmin huschten, eine weitere Dämonenart. Hier stimmte etwas überhaupt nicht: solche Anathema hatten mit Dämonen nichts zu tun. Diese hier waren nachträglich eingedrungen. Vorsichtig informierte ich meine Gefährten darüber, die keinen Verdacht zu schöpfen schienen.
Eine Wendeltreppe führte uns hinab, sich um das Herz dieses Turmes windend: einem gigantischen Obelisken aus weißer Jade mit Orichalcumbeschlägen, über den ich fast die Fassung verlor. Auch er war von fremden Einflüssen befallen: grüne Fäden zogen sich über seine Oberfläche. An der Basis des Obelisken liefen sie in eine tiefgrüne Pfütze. Hier war der Boden auch von silbernem Sand bedeckt, der auf eine Pforte zur Unterwelt hinwies. Meine geomantischen Experimente bestätigten es mir: wir befanden uns nicht mehr in der Schöpfung!
Bevor wir uns darüber beraten konnten, vernahmen wir fremdsprachige Gebete aus einem Gang, die plötzlich verstummten. Aus einem Versteck lauschtem wir dem Gespräch des Schamanen und des Glibbermannes: „Es hilft nichts, wir brauchen den Schlüssel! Die Schlüsselträger müssten bald eintreffen, wie uns unser Informant berichtet“.
Ein Verräter hatte uns noch gefehlt. Wir umschlichen sie und gelangten an eine gigantische Bibliothek sowie eine Tür, die der Dämon vergeblich magisch zu öffnen versucht hatte. Dort lag auch eine filigrane, aus magischen Metallen gearbeitete Kugel, die ich an mich nahm, während meine Gefährten hektisch in der Bibliothek griffen, was sie kriegen konnten. Eile war geboten, schon hörten wir die Widersacher zurückkehren. Unser Schlüssel öffnete die Tür, wir betraten das Herz von Ziakal, und verriegelten sie hinter uns.
Der prächtige Raum war das Grab eines mächtigen Goldenen Anathema und barg, neben dem Hearthstone von Ziakal, die mächtigsten Schätze, die je ein sterbliches Auge gesehen hatte: eine prachtvolle Rüstung und eine Lanze, beides aus güldenem Orichalcum, wertvoll wie ein mittelgroßes Königreich. Mein Gehirn arbeitete fieberhaft.
Leider würden wir hier nicht lange sicher bleiben. Der grüne Schleim drang bereits ein und troff durch die Decke, nur die Macht des Hearthstone schien ihn zurückzuhalten. Es galt schnell zu handeln, und ich hieß Ouamahan, die mächtige Lanze aufzunehmen und sich auf sie einzustimmen, auf dass er sie bedienen könne, um mit ihr den Hearthstone ins Feld zu führen. Dies war unsere einzige Chance, hier auszubrechen. Baresh stieg indessen in die Rüstung und schaffte es, sie zu aktivieren. Notiz: Hakim hat ein verflucht gutes Händchen für seine Mitarbeiter. Das könnte noch Schwierigkeiten geben.
Mittels unserer Flammenwaffen schafften wir es, den Schleim lange genug zurück zu drängen, um die Artefakte zu aktivieren. Ich hatte gar noch Zeit, mir die Kugel näher anzusehen, und in ihr das mächtigste Artefakt von allen zu finden.
Was hatte uns das Schicksal nur zugespielt? Diese Artefakte könnten die Welt auf den Kopf stellen… in den richtigen Händen.
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Simon
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Re: Scroll of Heroes (Kolja)

Beitrag von Simon » 26. Juli 2011 21:07

Mehr aus dem Tagebuch des Suresh Agni…

Es war ein gefährlicher Kampf, den wir heute fochten. Nein, eigentlich waren es mehrere!

Wir öffneten die Tür und brachen aus, in der Halle hatten der Grüne und einige seiner barbarischen Schergen uns schon erwartet. Die gemeinsame Not machte uns zum eingespielten Team. Mit markigen Sprüchen (ich glaube nicht, dass mich einer von ihnen verstand…) nahm ich die Krieger der linken Raumhälfte unter Beschuss, wild die Waffen rotierend. Ouamahan schnitt sich durch die andere Flanke.

Baresh nutzte die Geschwindigkeit seiner neuen Rüstung, um die Reihe unserer Gegner mit einem klassischen Wandlauf zu überrunden und den Dämon direkt anzugreifen. Ein gewagtes Unterfangen, schnell schwamm er im glibschigen Griff des Widersachers.

»Nicht bewegen!« rief Damaris, und gab einen donnernden Schuss aus ihrem Flammenstück ab, der den Dämon versengte.

»Beweg Dich, so viel Du willst« brummte ich, und feuerte. Das tosende Inferno ließ die Grüngeburt zischen und blubbern, und die geübten Schnitte Ouamahans trennten den Schleim schnell von Baresh. Dann hob er seine gleißende Waffe, und die Macht des Herdsteins trieb die pulsierenden Schleimfäden und den Sand des Nirgendmeers dahin zurück, wo sie hergekommen waren. Dieses Grab war vorerst sicher. Notiz: ich konnte einige höchst interessante astrologische Schriften an mich bringen. Frei des schädlichen Einflusses von Irrlehre, könnten die richtigen Augen ihnen sicher bemerkenswerte Geheimnisse entlocken.


Draußen wären wir wieder fast in die Falle gelaufen. Kaum, dass wir die Tür verlassen hatten, sprangen dutzende Wilde auf, die in der Dunkelheit gelauert hatten, und der Pfeilhagel fiel um uns nieder. Damaris und ich sprangen zurück in Deckung und erwiderten das Feuer, doch Baresh und Ouamahan schien die neue Macht zu Kopf gestiegen, und Rücken an Rücken warfen sie sich der Übermacht entgegen.

Ich war außer mir – »Komm zurück, primitiver Idiot!« – er würde alles verderben, ich brauchte ihn, um lebend hier heraus zu kommen. Doch mit ihnen war nicht zu reden: im Kampfrausch schnitten sie sich durch die Reihen, geschützt durch unzerstörbares Orichalcum und gewagte Sprünge und Paraden, bis sie vom Anführer der Bande zum Rückzug getrieben wurden. Ihn erschlugen wir auf der Treppe in die Tiefe, der Rest zerstreute sich, um uns aus der Ferne zu belagern.

Ouamahan war das Glück des unsagbar Dummen hold gewesen, doch Baresh war schwer angeschlagen. Nur durch eine Operation konnte Hara'Kiri seine inneren Blutungen stillen. Notiz: Eine gefährliche aber glückliche Fügung: Baresch konnte die Rüstung vorerst nicht verwenden.

In dieser Nacht versagte ich, verließ meine Stellung und versuchte, die Macht der Kugel zu beherrschen. Die Wilden flohen, doch die Kräfte, die ich nicht bändigen konnte, zeichneten mich auf eine Weise, die ein ewiges Mal meiner Hybris sein wird. Am Morgen rasierte ich meinen Schädel kahl.
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Simon
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Re: Scroll of Heroes (Kolja)

Beitrag von Simon » 26. Juli 2011 21:34

Und weil ihr einfach nicht genug kriegen könnt von dem Tagebuch des Suresh Agni…

Wir entschieden uns, die direkte Route nach Chiaroscuro zu nehmen. Ich kannte dort einen… Bruder des Immaculate Order, der unseren Fund in Sicherheit bringen würde, ohne uns zu verurteilen.
Schon in der ersten Nacht unserer Reise erschien uns Nightingale und bedrohte uns:
»Übergebt mir eure Beute! Sie gehört Zucchini, der rechtmäßigen Erbin dessen, was ihr mit euch führt. Sonst brauche ich Gewalt.«
Natürlich ließen wir uns davon nicht beeindrucken, entschieden aber, dass wir den Weg durch das Kriegsgebiet einschlagen müssten, wo wir leicht untertauchen konnten.

Das ging gut, bis wir nach Resu kamen. Hier war die Wyld Hunt zugange. Ich nahm mit Baresh zur Seite, der selbst ein Anhänger des Immaculateglaubens war, und schwor ihn darauf ein, still zu schweigen und sich auf keinen Fall diesen radikalen Priestern anzuvertrauen. Sie würden uns ohnehin nur exekutieren. Notiz: der Rest unserer Gruppe scheint dem Realm auch misstrauisch gegenüber zu stehen. Von ihnen ist wohl kein Verrat zu befürchten. Wenn uns Hara'Kiri nicht an die Gilde verkauft…

Indessen wurde Hara'Kiri gar von einem Drachenmönch, Little Cloud, gestellt und durchsucht, konnte seine ketzerische Schriftrolle aus dem Anathemagrab jedoch durch einen, wie er sagte, brillanten Taschenspielertrick verborgen halten.
Wir verließen das Dorf, wurden jedoch beim Dorfausgang wiederum kontrolliert. Diesmal wären wir aufgeflogen, hätten uns nicht Untote aus dem Gebüsch angegriffen, auf die die Immaculate dann losgingen. Danke, Nightingale, dankbar zogen wir von dannen…
…um kurzerhand wieder von ihnen eingeholt zu werden. Verfluchter Mist! Sie ließen einen der ihren mit uns reisen. Ich konnte gerade noch die Rüstung in Sicherheit bringen, und musste nun, durch ihr Tarnfeld geschützt, der Gruppe hinterher reisen.
Einige Tage später erschien wieder Nightingale vor mir und bedrohte mich. Ich sah mich gezwungen, ihr ein Angebot zu machen. Das war der letzte Angriff der Untoten.

Unser ungeliebter Begleiter traf sich heimlich mit dem Rest seines drachenblütigen Zirkels. Ein Wunder, dass sie mich noch nicht aufgespürt hatten, dachte ich. Leider zu früh, einer wurde auf mich aufmerksam. Unaufhaltsam näherten sie sich, und ich griff zum Äußersten: was der kleine Schlossermeister konnte, konnte ich schon lange, nämlich in einer gewaltigen Explosion verschwinden!

Ich hoffe, die Wyld Hunt inzwischen abgehängt zu haben und bin auf dem Weg nach Norden, meine Kameraden einzuholen. Noch von den Ereignissen in der Wüste geschwächt, werde ich von Tag zu Tag schwächer. Kaum für das Nötigste traue ich mich, die Rüstung abzulegen, halte mich entfernt von jeder Zivilisation, ernähre mich von Ratten und Dreck.
Das sind Opfer die gebracht werden müssen. Vielleicht bin ich selbst ein Opfer, das gebracht werden muss, aber bei den Hohen, noch bin ich am Leben!
Oh, eine Ratte…
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Simon
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Re: Scroll of Heroes (Kolja)

Beitrag von Simon » 9. August 2011 22:01

Wilde Finten in der Nacht

Pock… pock… pock…
Komm schon, wach auf.
Pock… pock…
Ich kann nicht die ganze Nacht warten.
POCK!!
Ah, endlich. Jetzt nur noch die Botschaft.
…pock…



Mein langer Geländemarsch war endlich zu Ende. Obwohl müde und ausgezehrt traute ich mich erst abends, Ouamahan eine Nachricht mit Stein zuzuwerfen. Nach kurzer Absprache schmuggelten wir die Wertgegenstände an Bord, und ich konnte endlich in ein Bett fallen. Neugierige Fragen über den Verbleib der Nekromanting überging ich brüsk.
Mich beschäftigte inzwischen eine andere Nachricht, die mir im Geheimen zugetragen worden war: zwar sollte es in Ansha Verbündete von mir geben, doch auch größten Ärger. Als wäre das genug, sahen wir sie, wie sie uns auf dem Landweg überholten, die Wyld Hunt.

In Ansha angekommen wurde uns gleich deutlich, dass die Wyld Hunt den Hafen kontrollierte und vor allem auf uns ein Auge warf. Statt also mir dem selben Schiff weiterzusegeln, verstreuten wir uns in der Stadt. Ich stattete meinen Verbündeten einen Besuch ab und konnte einen weitertransport nach Chiaroscuro arrangieren, der einige Meilen außerhalb der Stadt auf uns warten würde.
Dort mussten wir nur noch hinkommen. Leider wurden wir spät Abends von jemandem Besucht, der mir erklärte, meine Verbündeten wären überfallen worden, von schwarzen Gesichtslosen und schrecklichen Magiern. Eine weitere Partei, die uns verfolgte, und mit der wir noch Bekanntschaft machen sollten. Zunächst vollführten wir jedoch die klassische kopffreihe Panikfinte: wir schlichen uns von unserem Boot, bezahlten eine Passage mit der Postkutsche, verließen jene noch in der Stadt, um im Hafen schlicht ein Boot zu kaufen, das uns wegbringen sollte.
Noch bei unserer Ausfahrt wurden wir im Morgengrauen Zeuge eines Kampfes, der den Hafen erschütterte. Die Wyld Hunt bekämpfte Dämonen, eine Art Priester mit Skorpionsinsignien sah dabei zu. Schließlich sprang ein martialisch aussehender Krieger aus der Bordwand unseres ehemaligen Schiffes und verkündete “Sie sind nicht da”, woraufhin sich beide zurück zogen. Notiz: Laut Ha'Kiri zeichnen sie die Insignien als Anhänger der verfluchten Salmalin aus, mit denen wir schon in Chiaroscuro das Vergnügen hatten.

Wir entschieden uns dagegen, unsere verabredete Karawane anzulaufen, zu groß das Risiko, dass man ihre Position aus meinen Verbündeten herausgepresst haben könnte. Am gleichen Abend sahen wir auch Rauch am Horizont, und ich weinte still um meine Brüder. Ob unsere Fracht so viele Leben aufwiegen könnte?

Eine idyllische Nacht war hereingebrochen. Wir rasteten an Land in einer Höhle, wenige Hundert Meter vom Schiff entfernt, als sie uns fanden.
Die Verhandlungen der Dämonenanbeter mit unserer Schiffsbesatzung waren kurz. Einen Meter über dem Boden baumelnd zeigte der Kapitän in Richtung unseres Lagers, einer versteckten Höhle. Wir waren erschrocken, aber gewarnt.
Es dauerte nicht lange, bis der Skorpionsmagier und der Kämpfer, auf Wespendämonen reitend, auf einer Lichtung landeten. Noch hatten sie uns nicht erspäht, der Magier rief unsere Namen in die Nacht, und dass wir etwas hätten, was er suchte.
Liebe Leser, kennt ihr dieses Gefühl, wenn Gefahr im Verzug ist, wenn alle Geräusche des Waldes zum erliegen kommen, sich nicht mal die Blätter zu bewegen wagen, und man spürt, dass sie einen sogleich holen wird, ohne, dass man etwas dagegen tun könnte?
Ungefähr so musste es dem Magier gehen, als wir ihn aus dem Hinterhalt mit der Flammenwaffe niederschossen. Regungslos blieb er liegen. Der Kämpfer kümmerte sich nicht lange darum, er hatte nun ein Ziel. Übernatürlich behende Schritte trugen ihn in unsere Richtung, immer schneller. Eine von Ha'Kiris Granaten schlug vor ihm ein und bremste seinen Lauf nicht einmal.
Wie ein Raubtier kam er über uns. Über mich, um genau zu sein. Was ihn auch immer trieb, Rache, kühle Berechnung, er drang auf mich ein. Mit wilden Schüssen versuchte ich, abzulenken, doch chancenlos, eine Breitseite des Schwertes sandte mich durch die Luft.
Wirbelnde Klingen lenkten den Widersacher von mir ab, Baresh und Ouamahan und Ouhamahan tanzten wieder den Kriegstanz, diesmal mit jemandem in ihrer Mitte. Dennoch war der Gegner kaum zu überwinden. Jedes Mal, da ihn eine Speerstoß, ein Schwerthieb, ein Pistolenschuss touchierten, revangierte er sich mit direkten, kraftvollen Hieben, die selbst Bareshs Rüstung zum Klappern brachten.
Angeschlagen kroch ich zu Ha'Kiri und bat wild entschlossen, flehte regelrecht darum, weiterkämpfen zu können. Er flößte mir eine Droge ein, die mir neue Kräfte gab, mich aufzuraffen, die Arme zu heben, abzudrücken, den Fluch der Sonne auf den Lippen, und vom Rückstoß der im Eifer des Gefechts völlig überladenen Waffe niedergerissen zu werden.

Es dauerte einige Minuten (Stunden?) bis sich der rote Nebel vor meinen Augen etwas lichtete. Offenbar hatten wir es geschafft, beide Widersacher zu töten. Zugegeben, ich erinnere mich an wenig von diesem Abend. Dumpfe Wut und Tatendrang, Schwindel und Beute, ein sprechendes Paar… Brüste…?
Notiz: Brustplatte! Es ist sicher die Brustplatte, an die ich mich erinnere und auf die ich wohl Anspruch erhoben habe, während ich nicht ganz bei mir war. So wird es gewesen sein.

Bald hatten wir das Schiff wieder an Land und waren zugestiegen. Dem Magier würden wir den Hals durchschneiden, auch wenn wir damit die Wespendämonen befreiten. Im Gegensatz zu ihm würden sie keine Ihrer Geschwister auf diese Welt holen.
Der Fluss trug und weiter in Richtung unseres Ziels.
Make it so!

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