World Tree

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Simon
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Re: World Tree

Beitrag von Simon » 14. Oktober 2010 14:59

In Sachen Birknazza ist natürlich komisch, dass die Gruppe dorthin will, aber andererseits sind viele Gruppenmitglieder ja schon so bekannt sonderbar, dass dieses Anliegen wenig überrascht. Um nicht zu sagen: hier haben sich Leute schon mit ganz anderen Dingen als Birkozon eingelassen!
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Re: World Tree

Beitrag von Shapeshifter » 14. Oktober 2010 15:10

Bevor hier über das weitere Vorgehen beraten wird, ohne dass der Rest der Gruppe darüber informiert ist, wie es weitergehen könnte, hier erstmal eine kurze Zusammenfassung dessen, was gestern geschehen ist.

Nachdem die Gruppe sich in einer Kneipe noch ein wenig über die Ereignisse in der Stadt informiert und dabei insbesondere über die als "Das Gesetz der Tiefe" bekannte Terroristengruppe herausgefunden hat, dass diese dem Anschein nach gegen den unverhältensmäßigen Profit der Oberstadt aus dem gemeinsam abgewickelten Handelsverkehr gewaltsam protestieren, entschloss sich Texol aus einer Eingebung heraus, das Haus von Meister Pescator zu untersuchen. Nach einiger Überzeugungsarbeit kam auch Ruum mit, während Pine dabei zuguckte, wie sich Jamann langsam aber sicher ins Koma soff. Ociente hingegen entschied, die Nacht für Ruhe und Schlaf zu nutzen.

Im Haus Pescators, das allem Anschein nach kaum durchsucht wurde, weder bevor noch nachdem der Birkozon-Priester festgesetzt wurde, fand sich außer einer unwahrscheinlichen Menge Bücher auch ein geradezu plakativ gruseliger Schrein für den Gott des Mentador. Texol fand zudem eine ganze Reihe von Unterlagen auf dem Schreibtisch Pescators, die großteils in einer seltsamen Fantasiesprache abgefasst war sowie eine Namensliste mitsamt Verweis auf Geldsummen. Spenden, Bestechungsgeld, Kredite? Nichts genaues war herauszubekommen.

Am nächsten Morgen traf sich die Gruppe mit einem Schergen Peskos, der Ociente mit einem machtvollen Verwandlungsspruch belegte, ihm eine Geburtsurkunde aushändigte, die ihn als Gernum Peskum, einen entfernten Verwandten der Peskos auswies und eine versiegelte Nachrichtenrolle. So getarnt ging es zum Gefängnis der Oberstadt, das von einer aufgeheizten Menge umstanden wurde, die wegen der Verwüstungen im Gefolge der bäumischen Vorfälle zu scharfem Vorgehen von Polizei und Justiz aufrief.

Kaum an dieser Menge vorbei, wurden Ociente und sein Gefolge trotz großer Skepsis der uns magisch filzenden Wächter zu Pescator vorgelassen. Im dritten Untergeschoss eines durchgehend gemauerten (!) Verließes trafen wir den sehr höflichen wie einigermaßen gleichmütigen Cani an, der in seiner edlen Brokat-Kleidung in Fußfesseln an der Wand hing.

Ociente überreichte ihm zuerst das ominöse Preisausschreiben, dass der Gefangene erfreut entgegennahm, unterschrieb, zusammenrollte, und uns dann wieder aushändigte. Während unser Krassimel nun die Botschaft von Pesko überreichte, die dieser zunächst erfreut las, bevor er uns leicht betrübt verabschiedete, und schließlich das Schreiben aß, inspizierte Texol das Dokument des Preisausschreibens. Dieses war länger geworden, und enthielt eine Reihe gesiegelter Passierscheine nach Birknazza! Dort sollte die im Preisausschreiben ausgelobte Fragestunde stattfinden.
Bei späterer Unterredung der Gruppe, in der die konkrete Form des Gewinns bei den Anwesenden überwiegend tiefsitzende Ängste vor Birkozon mobilisierte, wurde dann zunächst beschlossen, bei Pesko den verabredeten Tausch vorzunehmen, was auch ohne weitere Schwierigkeiten über die Bühne ging. Pine nahm den Anhänger wieder an sich und fühlte sich wieder ein wenig vollständiger und grüner.
Beim Flugschiffhafen wurde uns auf Nachfrage möglicher Abreisetermine zunächst reichlich belustigt mitgeteilt, dass das längere Zeit dauern könnte, bevor eine kurze Besprechung des Sachbearbeiters mit dem Verantwortlichen im Hinterzimmer uns eine auf einmal sehr baldige Abreise ermöglichte.
Mit der nun morgigen Abreise vor Augen entschlossen sich nun alle bis auf Texol, den riesigen Aquador-Tempel von Unter- und Oberlokensen aufzusuchen, während der Kytsoyis - einmal mehr - einer Eingebung folgend beschloss, das Haus Peskators ein weiteres Mal aufzusuchen...
[Bis zum nächsten Mal, Edith.]
Zuletzt geändert von Shapeshifter am 7. Januar 2011 18:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: World Tree

Beitrag von Simon » 11. November 2010 14:21

…für alle, die am 10.11. da waren aber die XP nicht mitbekommen haben:
d20 Aquador
d12 Swim
d10 Meditation
d8 Cley Base
d6 Concentration
d4 Theology
d8 auf irgendwas, was ihr euch verdient habt, aber keines der obigen.
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Re: World Tree

Beitrag von Simon » 7. Dezember 2010 20:19

Eine ganz kurze Zusammenfassung der letzten Runde:

Nachdem die Gruppe von ihrer seltsamen Reise in den Merklundumharnipsundumthedogwhokilledafish zurück kam, fanden sich bereits zahlreiche Flüchtlinge aus dem Osten der Stadt, die um Einlass baten, was den Priestern aber vorerst egal war.
Offenbar hatte ein randalierender Mob die Innenmauer beschädigt, so dass nun Wasser in den Graben abfloss und Teile der Unterstadt unbewohnbar wurden. Immer noch hatte die Unterstadt nicht zurück geschlagen.
Trotz des geradezu belagerten Flughafens konnte die Gruppe ihren Abflugtermin wahrnehmen und nahm sogar einige Flüchtlinge auf: drei Orrenbrüder (Pique, Plique und Plaque) und eine fünfköpfige Rassimelfamilie, die Celebrinthes.
Noch während die Gruppe über Lokensen stieg, wurde man der ausrückenden oberstädtischen Truppen gewahr.

Doch Lokensen war nun eine andere Geschichte.
Auf dem Weg nach Niflheimsen kam es noch zu Überraschungen, als sich nach und nach blinde Passagiere zu erkennen gaben: Die Rote Maske, von Quesix an Bord gelassen, ohne die anderen zu informieren, und ihr Begleiter Blackmuz. Nach einer eingangs etwas alarmierten Stimmung erwiesen sich die beiden als unkomplizierte Reisebegleitung, die Maske und Ossiente schienen sich in ihrer Rivalität regelrecht anzufreunden und fochten unzählige Duelle auf Kosten der Schiffsvertäuung.
Captain Leedit hatte offenbar einen Nonprime an Bord geschmuggelt, den Gresch Gronzo, einen wahren Hühnen, der sich offenbar als Masseur verdingt. Weiter gehende Unterstellungen wurden laut.
Die kleine Tochter der Celebrinthe litt an einem mysteriösen Husten, den Krrrisch nach den üblichen Fehlschlägen und Kuriositäten als parasitäre, tardigrada-artige Lebensform identifizieren und für weitergehende Experimente extrahieren konnte.
Xanthu lernte zu spinnen. Pussy.
Quesix versuchte in einem kleinen Bauerndorf am Wegesrand, die lange fertigen Spellbinds zu verkaufen, feierte dabei allerdings eher als Gaukler Erfolge.

Nun endlich liegt Niflheimsen am Horizont…

Hab ich was vergessen? Sagt ruhig bescheid…
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Re: World Tree

Beitrag von Matthias » 9. Dezember 2010 01:42

Und schon liegt Niflheimsen zwar nicht in Trümmern, aber in unserem Fadenkreuz...

Schon von Fern sah man die beeindruckende flammende Stadtmauer, die es schaffte, selbst in Asphodels Gebärmut, erm, Wasserblase zuckende Flammen hervorzurufen. Verbrannt wurden wir allerdings nicht. Wir konnten also landen.

Diese Stadt hat recht eigentümliche Regeln, man darf nur drei Waffen mit sich herumtragen, man zahlt Sicherheitsgebühren, um sich in der Stadt aufzuhalten. Als wenn nicht unsere Anwesenheit die Stadt im allgemeinen sehr viel sicherer machen würde. (Gut, mit der Ausnahme amoklaufender Bäume oder der Apokalypse durch Flokin natürlich...). Da es noch außerhalb der Sperrstunde (bitte?) war, konnten wir unter dem Hafen erst einmal ein gigantisches Portrait des lieben Magistrats Sulphinen bestaunen. Es hatte wohl sehr eindrucksvolle Augen, eine kurze Untersuchung bestätigte eine gewisse Magie. Für genauere Untersuchungen blieb jedoch keine Zeit, wir wollten ja in unser Hotel.

Es schient mehr "unser" Hotel zu sein, als man denken könnte. Die Stadt scheint es erst mehr oder weniger zu unserer Anwesenheit (oder nicht allzu lang vorher) aus alten Lagerhallen gebaut zu haben. Auf jeden Fall war die Touristeninformation noch nicht fertig (der von Quäsix spontan herbei gezauberte Tresen war leider am falschen Platz und nicht innerhalb der halben Stunde Öffnungszeit zu verschieben), aber immerhin bekamen wir unsere Suite direkt nach unseren Wünschen gebaut. Auch hier bestimmten recht eigentümliche Preise die Diskussionen und Quäsix' Brieftasche. Immerhin gab es ein Restaurant im Hotel, dass auch nach Beginn der Sperrstunde Essen servierte, die Zeit bis dahin verbrachten wir in der Bibliothek von Niflheimsen, wobei uns die Tatsache, dass der direkte Weg dorthin für Fremde verboten ist dank Locador-Magie nicht weiter störte.

Die Stadtbibliothek (praktischerweise im Rathaus angesiedelt) bestach vor allem durch ihre nagelneuen Geschichtsbücher und die preiswert zu erstehende Autobiographie des GröZaZ (größten Zi-Ri aller Zeiten). Unsere Nachforschungen brachten hervor:
  • Ältere Bücher mit "ungenauen" oder "falschen" Angaben wurden vernichtet.
  • Es gibt keine Geheimtüren in der Bibliothek.
  • Es gibt wohl einen Raum mit älteren Büchern, der uns verheimlicht werden sollte.
  • Man kann Bücher leihen, indem man eine Gebühr und eine willkürliche Geldmenge als Pfand hinterlegt.
  • Wenn man Bücher kauft, muss man eine kleine Fellprobe bzw. einen Tentakelabdruck hinterlassen.
  • Es gibt dort keine sinnbollen Bücher über Airador.
  • Die Medizinische Abteilung besteht entweder aus Hausmitteln oder dem Geschwafel eines Pyrador-Magierstraten.
  • ...wie übrigens die gesamte Magieabteilung nur aus Büchern von Sulphinen besteht.
  • das von uns gesuchte Artefakt ist in der Gegend bekannt und entweder
    • in die Stadtmauer eingebaut
    • in das erste Haus Niflheimsens eingebaut
    • an der Spitze des Rathauses
    • im Privatbesitz des Magistraten.
    ...was wohl Konflikte mit der Obrigkeit sehr wahrscheinlich erscheinen lässt, selbst wenn man die eh vorhandenen anarchistischen, sagen wir mal Tendenzen der Gruppe vernachlässigt.
  • Foltern ist einfacher als Mentador-Spellweaves.
Als stolze Besitzer der Biographie Sulphinens machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Dieses entpuppte sich als ausgesprochen Wohlschmeckend, besonders der Wein schien den meisten zu gefallen. Die übergroße Spiondichte unter den sonstigen anwesenden Gästen und Vorhängen störte nicht einmal sehr, insbesondere da Krrrish ein paar Gespräche mitbekommen hatte. Da die Wände Augen hatten (mehr Bilder!) beschlossen wir, dass aber erst in unserem Apartment zu bereden.
Die Gruppe scheint in konspirativem Verhalten immer ausgefuchster zu werden...

Das in unserer Suite der Fußboden noch gar nicht verlegt wurde schien immerhin Asphodel nicht zu stören, der sich nämlich direkt wieder in die Bibliothek teleportieren wollte. Jarmann hingegen hatte zumindest Eifer (wenn nicht sogar Spaß) dabei, unsere Beschwerden erst der Rezeption und dann dem Pagen beizubringen...

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Re: World Tree

Beitrag von Simon » 9. Dezember 2010 18:40

Matthias hat geschrieben:
  • Foltern ist einfacher als Mentador-Spellweaves.
Naja, mit dem Unterschied, dass wir in Spellweaving gut sind, während wir uns beim Foltern noch nie geschickt angestellt haben.

Allerdings haben wir seitdem auch Verstärkung bekommen, und wenn Gronzo und Jarman erst mal "gute Massage, böse Massage" spielen…
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Re: World Tree

Beitrag von Shapeshifter » 23. Dezember 2010 23:39

Einige wenig unauffällige Tage liegen hinter unseren Lieblingsprimes... die ein jeder nach seinem Verständnis von "unauffällig" verbrachte:

Asphodel brachte einen Teil der Gruppe einige Nächte nacheinander in die Bibliothek im Rathaus, von wo aus eine versteckte Falltür zu einem geheimen Lagerraum voller verbotener Bücher führte, während Quaesix sich tagsüber geschäftlich betätigte. Das Resultat der jeweiligen Bemühungen:
Quaesix wurde von Pine und Jamann dabei unterstützt, seine Fertigkeit als Schnellzüchter von waffenfähigen, intelligenten Destruktivgewächsen gewinnbringend an den zwielichtigen Geschäftspartner zu bringen. A little bit of history repeating. :mrgreen:

In der Bibliothek fanden sich zwar wenige Hinweise auf den Verbleib des B'chrzzz, allerdings sehr wohl auf den größten Experten zu dem Thema, handelte es sich doch um den derzeitigen lokalen und wahnsinnigen Diktator Sulfinen. Der war, wie sich herausstellte, erst vor zwei Monaten von einem als "starken Mann" gefeierten Rassimel-Magistrat und Ratsvorsitzenden namens Sulfunor mit seinen Vollmachten betraut worden. Über letzteren ist erstaunlich wenig bekannt, außer dass er als Zugereister über ein außerordentliches Einfühlungs- und Überzeugungstalent verfügt, weswegen er in seiner Amtszeit krisenbedingte soziale Unruhen befrieden und schließlich Sulfinen den Weg bahnen konnte.
Über jenen wiederum ist einigermaßen viel bekannt, so, dass er nach dem Verschwinden des B'chrzzz aus den Museensbeständen von Niflheimsen acht Reisen unternahm, um es wiederzufinden.
Diese sollen ihn unter anderem nach Birknazza oder in dessen Nähe geführt haben, von größerem Schaden an seinem Geiste war zu diesem Zeitpunkt aber noch wenig zu bemerken. Allerdings brauchten die Reisen anscheinend nach und nach seinen Reichtum auf, und schließlich, so ließ sich vernehmen, habe er noch bis kurz vor seinem Amtsantritt in miesen Spelunken von Niflheimsen bei billigem Alkohol nur noch davon geschwafelt, was er in der Stadt anders machen würde, wenn er denn könne, so er denn nicht über alten Abenteuergeschichten brühtete.
Zuletzt geändert von Shapeshifter am 7. Januar 2011 18:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: World Tree

Beitrag von Shapeshifter » 3. Januar 2011 23:20

Über Sulfinens 2-monatige Amtstätigkeit ließ sich auch bei oberflächlicher Lektüre seiner Verordnungen feststellen, dass diese von keiner rationalen Problemlösungsstrategie geprägt zu sein scheint. Vielerlei Verordnungen werden innerhalb von Tagen wieder aufgehoben, modifiziert oder schlicht durch Widersprüchlichkeiten unbrauchbar. Tatsächlich dient die Sperrstunde am Abend wohl auch dazu, dass Heer der Verwaltungsangestellten bei der nächtlichen Aktualisierung des Schilderwaldes ungestört zu lassen.

Was die zwielichtigen Geschäfte Quaesix' und Co angeht, lässt mich mein Gedächtnis im Stich. Ich hoffe, jemand kann da Übersicht in das nebulöse Wabern bringen.

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Re: World Tree

Beitrag von Shapeshifter » 6. Januar 2011 13:53

Sieh einer an, mein Gedächtnis hat gar nicht so viel unterschlagen...

Während Quaesix noch an seiner Kiste voller Spellbinds bastelte, grübelte der Rest der Gruppe wie nun bei der Suche nach dem B'chrzzz vorgegangen werden könne. Schließlich kam Asphodel auf den Gedanken, über die Handelsvertretung der Pavaril-Handelsgruppe, für die wir seinerzeit ihre Konkurrenz der Belflim ausspioniert hatten, Informationen einzuholen. Nach dem Vorzeigen eines Empfehlungsschreibens der Personalabteilung zeigte sich die lokale Vertreterin als äußerst gesprächsbereit.
So erfuhren wir, dass der frühere starke Mann Sulfunor kurz vor der (so im klassischen Verfahren gar nicht vorgesehenen) Ernennung Sulfinens zum Bürgermeister einige Tage nicht im Rathaus gesehen worden war, und dass er sich wenige Tage nach diesem Akt auch schon wieder zurückzog und seither verschwunden geblieben ist. Zumindest in letzterer Hinsicht sei er zudem nicht der einzige, denn wie sich herausstellte, sind auch mehrere derjenigen Ratsmitglieder, die mit der Art und Weise von Sulfinens Herrschaftspraxis nicht einverstanden waren, bei Nacht und Nebel verschleppt worden und vermutlich in die Stadtmauer Niflheimsens gestürzt worden. Dazu steht eine auswärtig angeheuerte Truppe professioneller Totschläger bereit, von der in der Stadt aber so gut wie nichts bekannt ist. Die Stadtwache für ihren Teil aber hat große Angst vor dieser nur Sulfinen loyalen Truppe.
So kann es denn auch sein, dass Sulfinen bei den nun täglich stattfindenden Ratssitzungen zwar nie anwesend ist, der Magistrat aber die manchmal körbeweise eingereichten Verordnungsvorschläge Sulfinens aber trotzdem unbesprochen abnickt.

Wie jeder gute Abenteurer, der ohne großen Gewissensbisse Städte in Schutt und Asche zurücklässt witterten unsere Primes nun gleich die Möglichkeit, einerseits ihre Suche nach dem Flokin-Grace im Rathaus fortzusetzen und andererseits sich von ihren alten Auftraggebern für einen Tyrannenmord fürstlich bezahlen zu lassen. Tatsächlich verschaffte die von dieser Idee begeisterte Gesprächspartnerin uns einerseits Informationen über den Aufenthaltsort Sulfinens und Sulfunors, den wir, so er noch lebte, gern über das B'chrzzz und Sulfinen aushorchen wollten. Des weiteren sorgte sie für einige monetär-verursachte Unaufmerksamkeit unter jenen Wachen im Rathaus, die den Weg zu Sulfunors Büro überwachen würden. Schließlich stattete sie uns zudem mit einigen Papieren aus, die, mit dem Siegel des Bürgermeisters versehen, als offizielle Verordnung durchgehen würden.
Und so wurde es schon nächtens Zeit, dem Rathaus erneut einen Besuch abzustatten...
Zuletzt geändert von Shapeshifter am 7. Januar 2011 18:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: World Tree

Beitrag von Shapeshifter » 6. Januar 2011 15:47

Über unsere Teleportstandleitung in die Bibliothek im Rathaus und über unverantwortlich unüberwachte Gänge gelangten unsere Primes schließlich bis zur Bürotür des Magistrats Sulfunor vor. Zur Erläuterung der vielen Titel sei hier nur angemerkt, dass der Magistrat eigentlich lediglich eine mehr oder weniger repräsentative und gelegentliche Schlichterfunktion in der Regierung der Stadt einnimmt. Der Bürgermeister hingegen besitzt ein Gesetzesinitiativrecht und hat auch im Abstimmungsprozess des Magistratrates, dem obersten legislativen Gremium der Stadt, eine gewichtige Stimme. Das Magistratsamt, das Sulfunor bekleidete bzw. offiziell immer noch bekleidet, ist eher ein Verwahrer der städtischen Siegel, dem auch die Aufgabe zukommt, die vom M.-Rat beschlossenen Verordnungen abzuzeichnen.
Die Tür zum Amtszimmer war mit zwei Siegeln gesichert, von denen wir das eine leicht überlisteten, das zweite, was die Einsicht in das Zimmer verwehrt, hingegen unberüht ließen.
In dem muffigen, längere Zeit ungelüfteten Zimmer fanden wir Sulfunor schlafend vor. Er lebte also noch! Pine belegte ihn mit einem potenten Schlafzauber, damit wir den Raum in Ruhe durchsuchen konnten, wobei wir einerseits feststellten, dass das Siegel des Magistrats nicht mehr vorhanden war, drei magisch gesicherte Verwahrungsorte (2 Schreibtischschubladen und einen Safe im Schrank) und eine üppig ausgestattete Hausbar, die Jaman begeistert inspizierte. Ulkigerweise rührte sich Sulfunor trotz des Schlafzaubers jedesmal heftig, wenn eine der Flaschen entkorkt wurde...
Asphodel und Texol untersuchten derweil den Schreibtisch und den Safe, wobei sie mindestens 2 starke Enchantments und deren Nomen und Verben-Anteile identifizierten, die den Safe und eine der Schubladen sicherten.
In der weniger stark gesicherten Schublade entdeckten sie einige Korrespondenz und ein altes Foto, doch bevor sie diese Fundstücke genauer untersuchen konnten, war auf einmal Aufregung unter unseren mutigen Einbrechern: ein berauschtes Dienerpärchen hatte sich ausgerechnet das unbeleuchtete Büro des Magistrats für ein Schäferstündchen ausgesucht ("Den hat doch seit Wochen keiner mehr gesehen, und abgeschlossen ist es hier auch nicht!") und so verschwand die Gruppe auf zumeist magische Art und Weise im Raum.

Wohl angesichts unseres engen Zeitplans entschied sich Asphodel, die merkwürdige Aufmerksamkeit des schlafenden Büroeigners zunutze zu machen: er entkorkte eine kostbare Whiskeyflasche, woraufhin Sulfunor mit einem Protestschrei in die Höhe fuhr! - Kein Wunder, dass das sich eigentlich alleinwähnende Liebespaar erschreckt das weite suchte.
Doch ach, kaum war das eine Problem verschwunden, nahte schon das nächste Problem: drei Wächter, zwei Cani in Stadtwachenuniform und ein nichtuniformierter Rassimel tauchten auch auf, um der unerwarteten Störung der Bediensteten auf den Grund zu gehen. Ließen zwar Jaman und Asphodel die meisten unserer Gruppe auf magische Art und Weise verschwinden, so stellte dies unglücklicherweise kein so hinreichendes Mittel, einer Entdeckung zu entgehen, dar. Der Rassimel riss dem Zi-Ri und Quaesix den magischen Schleier herunter, doch bevor die Entdecker weitere Maßnahmen in Angriff nehmen konnten, waren sie bereits in jeweils eigene Taschendimensionen verbannt worden.
Wurde der Rest der Truppe nun wieder sichtbar, um die nun prekär gewordene Ungestörtheit so intensiv zu nutzen wie sie nur konnten, gab es auf einmal ein Plopgeräusch und der fremde Rassimel hatte sich aus dem außerdimensionalen Gefängnis befreit. Sein Alarmschrei wurde ihm von Texol von den Lippen gerissen, sein Fluchtzauber gebrochen, sein Rauchbeutel von Quaesix mit einem Luftkissen aufgefangen und er schließlich von Pine mit einem Schlafzauber belegt, bevor Jaman ihm mit seinen Knüppeln die eigenen Rippen in die Lunge trieb. Der sterbende wurde von Quaesix in eine Überlebensblase gesteckt, die seltsam rot leuchtete... Kurzes Durchatmen allerseits, und dann die Erkenntnis: die Zeit wird knapp!
Da tauchte auf einmal ein Rassimelkopf hinter dem Sofa auf, der verschlafen fragte: "Was machen sie denn hier?"

Plop.

In der Überlebensblase floss etwas die Innenwand herab, das aussah wie dunkelrote Wurstrohmasse...

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Re: World Tree

Beitrag von Shapeshifter » 20. Januar 2011 12:21

Einige wichtige Fakten schnell hingeworfen:

- die rote Suppe ist verschwunden!
- Sulfunors Körper beherbergt einmal seine eigenen, aber auch Sulfinens Geist und Magerium;
- Sulfinen hat eine ziemlich große Lücke im Gedächtnis, Sulfunor scheint sich zumindest im Klaren darüber zu sein, dass er gefangen ist und dass denjenigen, die ihn aufgespürt haben, der Tod droht;
- In Sulfinens Körper steckt der Geist eines vielleicht 4-5 Jährigen Rassimel (oder Cani?), von dessen Magerium jedoch nichts zu sehen ist;
- in dem Geist des Kindes tauchen gelegentlich Stimmen auf, die es sehr verwirrend und quälend findet;
- zwar scheint der Verwaltung klar zu sein, dass der Bürgermeister verrückt ist, erheben aber keine Anstalten, ihn abzusetzen. Sie haben sogar ein Kindermädchen für ihn organisiert, der mit ihm den Tag über spielt
- damit ist weiterhin völlig unklar, wozu all die Arcane Connections und Überwachungsmaßnahmen dienen - denn dem Kind scheinen diese Anordnungen kaum eingefallen zu sein;
- zwischen den Körpern Sulfunors und Sulfinens wirkt ein sehr heftiger Zauber völlig jenseits unserer Fähigkeiten und am Rande unserer Vorstellungskraft (und damit antimagischen Maßnahmen wohl unzugänglich). Sein Ursprung scheint an einem dritten Ort zu liegen, allerdings waren Asphodels Untersuchungen in dieser Hinsicht bislang nicht von Erfolg gekrönt(, oder?). Ob das Magerium Sulfinens, von dem wir bislang nur Schatten gefunden haben, sich tatsächlich irgendwo anders befindet, ist nach wie vor ungewiss;
- die privaten Geldvorräte des Magistrats (der Safe im Schrank) wurden geplündert, von wem ist jedoch völlig unklar;
- Sulfinen bekommt sein Cley um Mitternacht;
- Texol wurde von der Gruppe (unabsichtlich!?) im Rathaus zurückgelassen, wo er jetzt herumschleicht...

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Re: World Tree

Beitrag von Matthias » 20. Januar 2011 12:31

Shapeshifter hat geschrieben:Einige wichtige Fakten schnell hingeworfen:
- Texol wurde von der Gruppe (unabsichtlich!?) im Rathaus zurückgelassen, wo er jetzt herumschleicht...
Na ja, er war verschwunden, kam nicht zurück und kann sehr gut auf sich selbst aufpassen. Außerdem wissen wir mittlerweile, wie wir in ein Gefängnis hinein kommen. :)

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Re: World Tree

Beitrag von Shapeshifter » 3. Februar 2011 00:42

Das neueste vom Tage:

Texol hat sich im Archiv von den Wachen erwischen lassen. Was schläft der auch ein, der Trottel. Davon weiß bislang zwar nur er, allerdings hat er den Speer einer Wache, der mit einem Mentador(!)-Enchantement versehen ist, mitgebracht und an Ociente weitergereicht.
Während der Kthsoyis sich noch im Rathaus mit einigen Wachen herumschlug, haben Quaesix und der Rest der Gruppe ihre zwielichtigen Geschäfte abgeschlossen, die Kiste mit waffenfähigem Spontangewächsen weitergereicht und dem Käufer bei den Verhandlungen über die Bezahlung nur ein wenig mit Gewalt gedroht. Immerhin 1000 Lozen plus 5% Inflationsausgleich in Glirries wechselten dafür in den Bseitz der Gruppe.
Im Hotel schließlich musste sich Krrrisch nocheinmal dessen Patienten Xantu und dessen verunstalteten Gesicht annehmen, denn die ihm dort gewachsene Sleethschnauze war schwer entzündet und faulig. Nach einer Notoperation schließlich war das ursprüngliche Gesicht des Herethroys wieder freigelegt, wenn auch stark vernarbt.

Dann aber ging es in Asphodels Gefolge endlich mit der noch am Morgen hergestellten Arcane Connection ins Rathaus, und zwar in einen Raum, der wohl als Hexenküche eines bösen Magiers diente. Darin fanden sich allerlei pitoreske Paraphernalia wie aufgespießte Mäuse, Kritzeleien auf dem Boden, blubbernde Kessel und in gelblichen Alkohol eingelegte Hirne sowie andere Primekörperteile. Außerdem ein penetranter Geruch nach altem Rassimel... Das Auffälligste aber war ein seltsamer Apparat aus allerlei Radwerk und einem eiförmigen Objekt in der Mitte, das unser aller Primes magische Sinne förmlich als MENTADOR anschrie.
Kaum waren alle dort angekommen kratzte es hinter der Tür, ein uralter Rassimel mit einem Teetablet kam herein und wurde sogleich von Texol gegriffen und geknebelt.
Das anhebende Verhör war schwerfällig, und der alte Waschbär (der sich als der Schatzmeister von Niflheimsen vorstellte) schien nichts zu wissen, als zwei in dunklem Pink glühende Kugeln an der Spitze von zwei Tentakeln neben dem Gesicht des Gefangenen auftauchten. Ein kurzes PLOP erklang, als eines der ihn beobachtenden fünf Augen plötzlich platzte, und er aufschrie, in den Greifarmen, die ihn hielten, zusammensackte, aus Mund, Augen und Nase blutend...
Krrrisch, ganz entsetzt, sprang hinzu, Protestschreie ausstoßend, wie denn mit dem alten Bären umgegangen werde, und auch der Rest der Gruppe guckte noch etwas verwirrt, was denn da mit dem blutigen Fellbündel am Boden passiert sei.

Jedoch, bevor noch jemand reagieren konnte, erklang ein leises, keuchendes Lachen, dass sich langsam zu einem irren Kichern steigerte.
"... Ihr seid... so... schwach", flüsterte, nein: Zwitscherte der Rassimel.
Unendlich viel älter schien er geworden zu sein; von der verängstigten Gutmütigkeit, die ihn noch vor wenigen Augenblicken so ausgezeichnet hatte, war nichts mehr übrig geblieben. Der Raum stank nach Mentador.
"Ich werde Euer Gehirn ficken, bis nichts mehr davon übrig ist, haha! HAHAHAHAHA"

Pine, der die Geschichte zu unheimlich wurde, zückte ihren Bogen, und auch Texol machte Anstalten, sich auf den Rassimel zu stürzen. Doch ehe prime sich versah, hatte sich Pine ihren Pfeil durch die eigene Hand gerammt, und der Kthsoyis packte wie ferngesteuert seine beiden Knüppel, um der apathisch auf ihre Hand starrenden Herethroy den Kopf von den Schultern zu schlagen.
Im letzten Moment sprang Asphodel hinzu und schickte den Schläger in ein Nowhere Prison, so dass Pine bloß mit zwei markanten Dellen auf dem Chitin ihres Kopfes davonkam.
Jaman hingegen flog auf einmal seltsame Kreise auf der Stelle, seine Knüppel gegen sich selbst schwingend. Xantu hexte dem alten Mann metallene Ketten an, Quaesix versteckte sich in einem magischen Schleier und auch Krrrisch schien sich auf einen Kampf einzustellen - da tauchte der verbannte Kthsoyis wieder auf und machte einen Satz zu dem seltsamen Apparat und zertrümmerte ihn mit seinen Streitkolben.

BOOOM machte es ohne jeden Ton.
Eine magische Druckwelle fegte über die Gruppe hinweg, ließ Xantu und Krrrisch in die Knie gehen, Jaman, Ociente, Asphodel und Texol unter Kopfschmerzen aufstöhnen, der alte Rassimel aber wandte sich zur Flucht. Ociente sprang ihm in den Weg und ließ ihn in sein Schwert fallen.
Kaum war der ungeheure Kopfschmerz abgeklungen, und hatten Ociente und Krrrisch den gefallenen Gegner in eine Überlebensstarre gesteckt, da donnerte es auf einmal über uns und durch die einstürzende, noch im Flug zu feiner Asche zerfallenden Decke kam Sulfinen herabgeschwebt.

In großem Zorn verwandelte er den Leichnam des unbekannten Rassimel zu Asche.
Diesen, so erklärte er, habe er aus Birknazza mitgenommen und zum Schatzmeister gemacht. Vielleicht hätte er besser früher befördert werden sollen...
Zuletzt geändert von Shapeshifter am 3. Februar 2011 01:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: World Tree

Beitrag von Shapeshifter » 3. Februar 2011 01:06

Das Nachspiel:

Sulfinen überreichte uns eine Karte, auf der die Lage einer Nendrai-Höhle eingezeichnet ist, in der sich das gesuchte Flokin-Grace angeblich befindet. Angeblich habe dieser sich geweigert, dem Zi-Ri das Grace auszuhändigen, weil dieser jenem keinen guten Grund dafür habe nennen können: "Persönlicher Ruhm" sei dazu jedenfalls nicht ausreichend gewesen.
Zudem erklärte er, kein Interesse an einer weiteren Lenkung der Stadt zu haben, was die Gruppe zum Anlass nahm, bei ihren Auftraggebern einerseits den Lohn für den "Tyrannenmord" einzufordern, andererseits mit diesen darüber zu beraten, wer nun in den Posten des Bürgermeisters einrücken sollte. Sobald dieses geklärt sein wird, wird sich die Gruppe weiteren Abenteuern widmen, z.B. der Suche nach Emalphosia?

Doch zunächst eine kurze Botschaft von unserem Sponsor:
Das nächste Mal, "Götterspeise. Oder: Die Rückkehr des Erdbeerschaums" wird präsentiert von Benni.

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Re: World Tree

Beitrag von Shapeshifter » 7. Februar 2011 22:56

... wo ich wahrscheinlich nicht anwesend sein werde, weil ich am darauf folgenden Montag eine wichtige Prüfung haben werde. :shock:

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